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Die historische Kransberger Orgel

Die historische Orgel in Kransberg

Die von den Gebrüdern Keller aus Limburg / Lahn erbaute „alte“ („historische“) Orgel (II/16, 1876) ist eine orgelbauliche Rarität: Hinter dem neugotischen Prospekt verbirgt sich ein Instrument mit original erhaltener deutsch-romantischer Disposition, wobei die Register der Manuale (ähnlich wie bei der „durchschobenen Lade“) wechselnd auf einer Windlade aufgestellt sind. Von den insgesamt 981 Pfeifen bestehen rund 30% aus Nadelholz, 29 rekonstruierte Pfeifen der Hauptwerksregister „Principal“ und „Octave“ finden sich im neugotischen Prospekt, 27 des Pedalregisters „Violonbass“ bilden die Rückwand; die größte Pfeife hat eine Länge von ca. 560cm. Wahlweise kann entweder der noch funktionstüchtige „Kalkantentritt“ oder (bei fehlender Muskelkraft) die 1932 eingebaute Windmaschine benutzt werden. Historisch bedeutsam jedoch ist die Orgel vor allem aufgrund ihres seltenen, aber auch sehr temperaturempfindlichen Systems („Hängeventilladen“ mit mechanischer Spieltraktur und röhrenpneumatischer Registratur). Der Spieltisch steht vor der Orgel und ermöglicht den Blick zum Altar.


Seit der im Jahre 1995 durchgeführten Restaurierung – ermöglicht durch die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung – erfreut sie nach fast zwanzigjähriger Stilllegung die Kirchenbesucher immer wieder mit ihrem warmen, weichen und „grundtönigen“ Klang.

Pedal (C-d1) Zartwerk (II. Man., c-f³) Hauptwerk (I. Man., C-f³)
Violonbass 16´  Flöte 4´  Mixtur 4fach 2´
Subbass 16´ Gedackt 8´ Cornett 3fach 2 2/3´ ab c1
Principalbass 8´ Flauto dolce 8´ Octave 2´
  Salicional 8´ Rohrflöte 4´
    Octave 4´
    Hohlflöte 8´
    Gamba 8´
    Bordun 16´
    Principal 8´

 Tutti und Koppel I/P als Tritte zum Einhaken.

 

 

 

Weitere Instrumente

Neben der „alten“ Orgel steht in der Pfarrkirche eine „neue“ Orgel (II/33, 1976) zur Verfügung. Sie ist ein elektronisches Instrument. Während die Lautsprecher seit 1995 auf Metallträgern an der rückwärtigen Emporenwand positioniert sind, steht der Spieltisch schon seit 1989 vor der Kanzel, um ein gemeinsames Musizieren mit Gemeinde, Pfarrer, Chor, Schola und/oder Instrumentengruppen zu erleichtern. V.a. bei stundenliturgischen Gottesdienstformen (Vesper, Laudes etc.) wird das Instrument in Zukunft noch gute Dienste leisten können.

Für die Werktagsgottesdienste in den Wintermonaten (von Oktober bis April) in der „Alten Pfarrscheune“ kann der Kirchenmusiker auf ein Harmonium (I/18) zurückgreifen, das von der Fa. Wesley Organ Company Manufactures in Brattelboro (Vermont USA) gebaut wurde und bis 1961 seinen Dienst im Kransberger Alten- und Pflegeheim (Discherstift) tat. Das Instrument wechselte nach der Auflösung des von Schwestern geleiteten Stiftes in Privatbesitz und war in der Folgezeit unbespielbar. Im Jahr 2000 konnte die Kirchengemeinde das Instrument zurückerwerben und durch Spenden erfolgreich restaurieren. Seit 2006 steht es nun im Kransberger Pfarrzentrum „Alte Pfarrscheune“.

Das große Harmonium (I/18) in der Schlosskapelle St. Nikolaus wurde zwischen den Jahren 1947-67 durch die Fa. A. Schürer in Kirchheim unter Teck gebaut und am 03.10.2012 durch die Kirchengemeinde in Heuchelheim (Pfalz) völlig intakt aus einem Privathaushalt erworben. Nach einer Ausreinigung und einer „Aufpolierung“, wozu es zunächst in der Pfarrkirche aufgestellt war, stellte man es dann 2013 in der Schlosskapelle auf.

Das Harmonium (I/14) in der Marienkapelle auf dem Holzberg stammt ursprünglich aus der katholischen Kirche in Grävenwiesbach. Von 1998-2012 begleitete es in der Kransberger Schlosskapelle St. Nikolaus die Werktagsgottesdienste in den Sommermonaten (von Mai bis September). 2013 soll es in der Marienkapelle aufgestellt werden, nachdem für die Schlosskapelle ein neues Instrument angeschafft worden ist.

Schola Sankt Johannes der Täufer

Die Schola bereichert noch heute die Gottesdienste durch ihren "junggebliebenen" Gesang und wirkt aber auch hier und da bei Konzerten mit. Ihr Repertoire umfasst viele musikalische Stilrichtungen - angefangen von "klassischen" Werken bis hin zu NGL und Gospel. Aktiv in der Schola sind derzeit sechs Sängerinnen und zwei Sänger.